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Die Entstehung der „Judenbuche“ Annette von Droste-Hülshoff schrieb diese Novelle über die Kriminalgeschichte Friedrich Mergels auf Grund einer wahren Begebenheit. Die Geschichte, die Annette aller Wahrscheinlichkeit nach von ihrem Großvater Werner Adolf von Haxthausen erzählt bekam, handelte von einem Knecht namens Hermann Georg Winkelhagen. Dieser erschlug einen Juden und flüchtete, gelangte jedoch in algerische Sklaverei. 22 Jahre nach seiner Flucht wurde er befreit und kam zurück in sein Heimatdorf, in dem er sich dann schlussendlich selbst das Leben nahm. Ihr Onkel hatte, basierend auf genau diesem Stoff, schon einmal eine Geschichte ( „Geschichte eines Algier-Sklaven“ ) geschrieben und ließ sie in einer Zeitschrift veröffentlichen. In seiner Geschichte stach der Gesichtspunkt, der Mörder hätte sich genau dort erhängt, wo er sein Verbrechen begangen hatte, sehr deutlich hervor. Dieses Motiv übernahm Annette in ihrer Version der überlieferten Erzählung, sie wollte dies sogar noch steigern, indem sie Mord und Selbstmord auf den selben Tag des Jahres legte, verwarf die Idee jedoch wieder. Eine weitere Grundlage, die sie übernahm, war der immer wieder aufflammende Konflikt zwischen Förstern und „Holzfrevlern“, den sie mit dem Mord eines Försters durch einen Holzfrevler anspitze. Doch Annette von Droste-Hülshoff verwendet nicht nur den Inhalt der geschehenen Geschichte mit dem Kriminalfall im Vordergrund, sondern erzählte die Lebensgeschichte des Mörders, um dem Leser die Gründe für seine Taten zu verdeutlichen. Deshalb benutze sie in ihrer Erzählungen noch andere Persönlichkeiten, die wichtige Rollen spielten, um die allgemeine Situation z.B. die verwirrten Begriffe von Recht und Unrecht in einem normalen Dorf besser darstellen zu können und für den Leser besser verständlich zu machen. Ursprünglich wollte Annette ihre Erzählung in einem Prosawerk über Westfalen („Bei uns zu Lande auf dem Lande“) einfügen, doch Levin Schücking, ihr „Begleiter“ in den bedeutenden Jahren ihres künstlerischen Lebens, riet ihr, die Erzählung einzeln zu veröffentlichen. Also ließ sie ihr Werk in einem Morgenblatt veröffentlichen, musste dazu jedoch den Namen von „Sittengemälde aus dem gebirgigten Westfalen“ zu „Die Judenbuche“ um ändern. Heute zählt die Judenbuche zu einer der meistgelesenen deutschen Novellen. von Laura
- Die Judenbuche
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